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Vereinsausflug 2022 nach Dresden

 
Unser Vereinspräsident hat keinen Aufwand gescheut, einen unvergesslichen Anlass für Vereinsmitglieder und Gäste zu organisieren. Der Weg führte für einmal ins benachbarte Ausland, genauer gesagt nach Dresden, die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen.

Bei regnerischem Wetter fuhr unsere erwartungsfrohe Gruppe mit einem Reisebus von Prag-Zlicin nach Dresden und traf dort - primär aufgrund einer vom Fahrer verursachten unfreiwilligen Teil-Stadtrundfahrt durch „Elbflorenz“ - mit leichter Verspätung auf die „Marschtabelle“ am vereinbarten Treffpunkt ein. Dort erwarteten uns der Gastgeber, der Schweizer Honorarkonsul Peter Simon Kaul, 1 Vereinsmitglied und 3 einheimische Gäste.

Wer schon früher einmal daran teilgenommen hat - in Prag z. B. im Kloster der hl. Agnes, im Sternberg-Palais und/oder im Schwarzenberg-Palais -, weiss es bereits: Für Führungen unseres Vereinsmitglieds Dr. Marius WINZELER durch seine jeweiligen „Schatzkammern“ ist das Prädikat „SPITZENKLASSE“ keine Übertreibung!

Den erneuten Beweis dafür lieferte Marius am 27. August d. J. anlässlich des Besuches des sc.cz an seiner neusten Wirkungsstätte, dem Residenzschloss Dresden. Als leitender Direktor des weltbekannten „Grünen Gewölbes“ (bestehend aus „Historischem GW“ und „Neuem GW“) sowie der „Rüstkammer“, liess er es sich nicht nehmen, seinen Besuchern Auszüge aus beiden Zuständigkeitsbereichen nicht nur zu zeigen, sondern dank seines unglaublich reichhaltigen kunsthistorischen Wissensfundus auch virtuos zu kommentieren! (Scherzhaft gemeinte Anm. des Redaktors: Dass es sich dabei um einen konditionell ziemlich anspruchsvollen „Marathon" vor UND nach dem Mittagessen handeln würde, wurde den meisten Teilnehmenden aufgrund der umwerfenden Faszination des Gebotenen erst nach dessen Abschluss bewusst.)

Ausnahmsweise lasse ich für einmal lieber Bilder statt Worte sprechen, denn der Versuch, das Gesehene & Gehörte sinnvoll zusammenzufassen, wäre auf Grund der unermesslichen Fülle von Eindrücken, Gegenständen und Informationen von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Ich empfehle deshalb allen Lesern wärmstens, das umfangreiche Fotomaterial zu konsultieren, welches auf der Webseite unseres Vereins hinterlegt ist. Ich beschränke mich im Folgenden auf eine Kurzbeschreibung der - aus meiner Laiensicht - wesentlichen Inhalte der beiden besuchten Museumsbereiche.1,2

Bei der „Rüstkammer“ handelt es sich um eine der weltweit bedeutendsten Prunkwaffen- 3 und Kostümsammlungen. Sie beinhaltet aber nicht nur typische Repräsentationen aus dem Renaissance- und Barockzeitalter, wie z. B. Waffen (Gewehre, Pistolen, Schwerter, Degen, Dolche, Lanzen, Speere, etc.) und Gewänder, sondern auch szenische Darstellungen von Ritterturnieren sowie die sog. Türckische Cammer, eine sehr beeindruckende Kollektion osmanischer Preziosen, u. a. ein wunderschönes Dreimast-Zelt, NB das grösste Objekt der Sammlung. (Mehr Details zum Thema „Rüstkammer“ s. nachstehenden Weblink: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstkammer_(Dresden)

Das „Neue Grüne Gewölbe“ ist, wie bereits oben erwähnt, EIN Teil des „Grünen Gewölbes“, der umfangreichsten Kleinodiensammlung Europas. Gezeigt werden dort in 12 Räumen über 1000 Objekte, davon zwei - „Der Hofstaat zu Delhi“ bzw. „Der Thron des Grossmoguls Aureng-Zeb“ und „Die grosse Fregatte aus Elfenbein, von Neptun getragen“ -, die mich persönlich ganz besonders fasziniert haben (s. Fotos).

Insb. zwei sächsische Adelige sind untrennbar mit dem „Grünen Gewölbe“ verbunden: Kurfürst Moritz von Sachsen, 1547 Erbauer der ursprünglichen Räumlichkeiten, die damals noch nicht der Ausstellung für die Oeffentlichkeit, sondern vielmehr dem Schutz der kostbaren Gegenstände primär vor Feuer dienten, und August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, der sowohl die Räumlichkeiten als auch - dank seiner unbändigen Sammlerleidenschaft - deren Inhalt mit riesigem finanziellen Aufwand massiv erweiterte und anschliessend für (vermutl. ausgewählte) Besucher zugänglich machte.
Besonders spannend erscheint mir der historische Kontext zum erstaunlich vollständigen Erhalt der Kunstschätze trotz a) der massiven Bombardierung Dresdens im Februar 1945 und b) Abtransport in die Sowjetunion nach dem 2. Weltkrieg. Ersteres ermöglichte eine weise vorsorgliche Ausgliederung des gesamten Inventars in die Festung Königstein und Letzteres die Rückgabe an die damalige DDR im Jahre 1958 auf Beschluss der Regierung der UdSSR. (Mehr Details zum Thema „Grünes Gewölbe“ s. nachstehenden Weblink: https://de.wikipedia.org/wiki/Grünes_Gewölbe).

Apropos Web-Links: Natürlich bieten diese einen ziemlich ausführlichen Basisüberblick über das jeweilige Thema. Aber gerade beim Thema Kunst ist zum besseren Verständnis von Hintergründen, Zusammenhängen, Auswirkungen, etc., der Mehrwert, den Experten wie Marius Winzeler mit ihren detaillierten Erläuterungen bieten können, sehr bedeutend.

Wer mich kennt, weiss, dass meine Berichte praktisch immer mit einem Dank an die Protagonisten der jeweiligen Veranstaltung enden. Dies ist auch dieses Mal nicht anders.

Alle Teilnehmenden sind sich vermutlich einig, dass der grösste Dank Marius gebührt, der es einmal mehr hervorragend verstanden hat, uns in die kunsthistorische Welt zu entführen. Dass dies dieses Mal sogar in einer „Location“ von Weltrang stattfand, ist m. E. schlichtweg grossartig. Lieber Marius: MERCI BEAUCOUP und BRAVISSIMO!

Mein weiterer Dank geht an Honorarkonsul Peter Simon Kaul, der uns mit seinem Besuch beehrt hat.

Und last but not least bedanke ich mich bei unserem Präsidenten Hans Peter Steiner für die gute Idee, die Planung & Vorbereitung und deren perfekte Umsetzung. WELL DONE!

Der Berichterstatter: Röby Mesmer

PS: Da Kollegenschelte m. E. nicht zu meinen herausragenden „Assets“ gehört, verzichte ich an dieser Stelle auf einen Kommentar über die Teilnehmerzahl aus dem sc.cz-Mitgliederkreis. Ich kann nur allen Abwesenden empfehlen, bei ihrem nächsten Aufenthalt in Dresden das Versäumte bei einem Ausstellungsbesuch im Residenzschloss nachzuholen.

1 Anm. des Redaktors: Ich gebe zu, dass ich mir erlaubt habe, dazu auch im Internet etwas zu „spicken“! 

2 Anm. des Redaktors: Letztlich ist aus der „Kurzgeschichte“ doch noch ein ausgewachsener „Roman“ geworden!)

3 Anm. des Redaktors: PRUNKwaffen heissen sie deshalb, weil insb. ihre Griffe mit Gold, Silber, farbigem Email, Bergkristall oder Edelsteinen geschmückt sind.

Kommentare

  1. Super Bericht! Habt ihr auch ein paar Sachen mitgenommen? :)

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    1. Nein, die "Bhaltis" habe ich leider in Dresden liegen lassen!🙂

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